Trockenwiesen

Unter der Pflanzengesellschaft Trockenwiese (Trockenrasen / Magerwiese u.ä.) fassen die Botaniker alle ungedüngten Grasfluren auf trockenen Böden einschließlich der Sandmagerrasen, Kalkmagerrasen, Halbtrockenrasen und Steppentrockenrasen zusammen.

Von bestimmten Ausprägungen im Hochgebirge abgesehen, sind solche Trockenwiesen stets durch den Einfluss des Menschen entstanden (Schafweide, Streuwiesen!) - und können so auch nur durch ihn erhalten werden.

Die oft lückige Vegetationsdecke solcher Biotope ist gekennzeichnet durch einen hohen Anteil von Pflanzenarten, die an Trockenheit und Wärme angepasst sind.

Eine Brandenburger Besonderheit ist die Vielzahl von Sandtrockenrasen. Die Mark Brandenburg gilt wegen ihrer ausgedehnten Sandflächen ("Märkischer Sand", "Märkische Streusandbüchse") als das an Sandtrockenrasen reichste Bundesland. Oft denkt man dann an ehemalige Truppenübungsplätze oder Bergbaufolgelandschaften - aber diesem Biotoptyp begegnen wir hier allerorten - meist nur in kleiner Ausprägung unter Hochspannungsleitungen, an Straßenrändern oder auf alten Brachen. Nicht selten in einer Pflanzenvielfalt, die uns erstaunen lässt!

Im Gartengrün der meisten heutigen Gärten spielen Pflanzen der Trockenrasen kaum eine Rolle - wenige Ausnahmen (Kuhschellen-Hybriden!) bestätigen die Regel.

Wenn man aber - wie wir - einen Naturgarten auf "märkischem Sand" anlegen will, bekommen typische Pflanzen der folgenden Ausprägungen von Trockenrasen natürlich einen besonderen Stellenwert:

Sandmagerrasen

Typische Pflanzenarten unserer brandenburgischen Sandmagerrasen sind z. B.: die Sand-Grasnelke Armeria maritima - bei uns die wichtige Unterart ssp. elongata, die Heide-Nelke Dianthus deltoides, das Bergsandglöckchen Jasione montana, Fetthennenarten (hier an Strassenrändern oft die gelbblühende Scharfe Fetthenne Sedum acre oder das im Garten leider sehr invasive Acker-Hornkraut Cerastium arvense).

Von besonderem Reiz empfinden wir die verschiedenen Trockengräser, z.B. das Silbergras Corynephorus canescens, das leider seltene Blaugrüne Schillergras Koeleria glauca, das Steppen-Lieschgras Phleum phleoides oder das Gewöhnliche Zittergras Briza media - alle kommen inzwischen in unserem Garten vor! Bei den verschiedenen Moos- und Flechtenarten der Sandmagerrasen  werden wir unsere Ansiedlungversuche noch weiter intensivieren.

Für den mageren Sandboden unseres Gartens ist die Pflanzenwelt dieses Biotop-Types natürlich von besonderem Interesse.

Leider waren auf unserer "Sandwüste" solche typischen Pflanzen des Brandenburger Sandmagerrasens nur spärlich vertreten. Aber um Samen von Grasnelke Armeria maritima ssp elongata, Berg-Sandglöckchen Jasione montana, Sand-Thymian Thymus serpyllum u.a. zu sammeln, mussten wir auch nicht weit laufen...

Kalktrockenrasen

Kalktrockenrasen suchen wir in unserer Umgebung leider vergebens. Den idealen Untergrund für die Pflanzenwelt dieses Biotoptyps wären flachgründige Kalksteinböden - daran mangelt es hier! Trotzdem sind einige der hier vorkommenden Wildblumen auch für die Trockenwiesen eines Brandenburger Naturgarten unverzichtbar, z.B. die Gewöhnliche Kuhschelle Pulsatilla vulgaris oder die Kartäusernelke Dianthus carthusianorum - beide wachsen auch im Sandmagerrasen sehr gut!

Steppentrockenrasen

Der Steppentrockenrasen ist eigentliche eine spezifische, hochinteressante Ausprägung des Kalktrockenrasens. Wir haben das große Glück, dass wir diesen auf den sonnenexponierten Hängen des Odertales - also ganz in unserer Nähe - bestaunen können.

Die von der Eiszeit geformten "Pontischen Hänge" an der mittleren Oder bei Frankfurt/Oder bergen wahre Schätze der heimischen Flora. Jährlich pilgern tausende Naturfreunde Ende April an die Oderhänge bei Lebus/Mallnow, um sich an den Blütenteppichen von Adonisröschen Adonis vernalis, Schlüsselblumen Primula veris und Sand-Fingerkraut Potentilla arenaria zu erfreuen.

Neben diesen sind für unsere Trockenwiesen hoch interessant: Sibirische Glockenblume Campanula sibirica, Karthäusernelke Dianthus carthusianorum, Ähriger Blauweiderich Pseudolysimachion spicatum, Haar-Pfriemengras Stipa capillata u.a.

Noch bereichern nicht alle dieser Raritäten unseren Garten - aber es wird schon noch...

In der Natur sind die Übergänge zwischen solchen Trockenrasentypen fließend - im Naturgarten darf dann erst recht alles bunt durcheinander wachsen!

Das Schöne an heimischen Wildpflanzen ist, dass viele auch in sehr unterschiedlichen Biotopen im Naturgarten verwendet werden können.

Zwei Beispiele: Das Knollige Mädesüß Filipendula vulgaris und Klappertopf Rhinanthus spec., welche wir in Schweden mit tollem Blühaspekt auf Halbtrockenrasen gesehen haben, gedeihen bei uns im Garten sowohl in der Trockenwiese wie auch in der Feuchtwiese.

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